Samstag, 17. September 2016

Demenzerkrankung - Alzheimerdemenz


Demenzerkrankung – Alzheimerdemenz

Ca. 1,4 Millionen Menschen sind von der einen der bis zu 50 möglichen Arten der Demenz betroffen. Der Alzheimer-Demenz.




Definition: Der fortschreitende Verlust früher erworbener geistiger Fähigkeiten. Dass man im Alter vergesslicher wird und auch körperlich stark abbaut, ist „die Norm“. Dieser Alterungsprozess ist aber scharf von einer Demenzerkrankung abzugrenzen! Nicht alle Senioren, die vergesslich und orientierungslos werden, sind von diesem speziellen Krankheitsbild betroffen. Eine Demenz bringt den Abbau von Fertigkeiten und Persönlichkeitseigenschaften sowie eine chronische Verwirrtheit mit sich. Hierbei gehen motorische und sprachliche Fähigkeiten verloren. Die geistige Flexibilität baut ab und das Kurzzeitgedächtnis ist ebenfalls betroffen. 

Ursachen: Wie bei anderen Krankheiten, sind auch hier die Ursachen vielfältig. Etwa die Hälfte der Betroffenen leidet an der Alzheimer-Demenz. Beim Morbus Alzheimer wie es in Fachkreisen heißt, lagert sich die faserige Substanz Amyloid beta im zentralen Nervensystem ab. Dadurch kommt es zu einem fortschreitenden Verlust von Nervenzellen, Hirnmasse und Nervenverknüpfungen.




Alois Alzheimer beschrieb die Krankheit im Jahre 1906 nach sehr intensiven Untersuchungen und Befragungen seiner damaligen Patientin Auguste Deter (51 Jahre alt). Es gibt auch eine sogenannte vaskuläre Demenz, dies bedeutet, dass sie durch Arteriosklerose (Arterienverkalkung) verursacht wird.

Risikofaktoren: DER Demenzauslöser an sich ist nach wie vor unbekannt! Aber hohes Alter, Bewegungsmangel und schweres Übergewicht werden als Faktoren und Ursache für den Abbau im Gehirn bei Demenzpatienten beobachtet, genauso wie Diabetes mellitus und Bluthochdruck. Alkoholmissbrauch trägt ebenfalls stark zum Gehirnmassenabbau bei und auch familiäre Häufungen können beobachtet werden.

Symptome: Diese beginnen schleichend. Es ist ein Prozess der abläuft. Vergesslichkeit und Wortfindungsstörungen werden oft durch Umschreibungen, Redewendungen und einen freundlichen Umgangston überspielt. Genau das, kann Unbeteiligten zumindest eine zeitlang über die fehlende Denkfähigkeit des Erkrankten hinwegtäuschen. Häufig kommt es verlaufsweise zu Enthemmung, Aggressivität und Depression. Des Weiteren auch zu körperlichen Symptomen wie Inkontinenz und allgemeinem körperlichem Verfall.


Die 3 Stadien der Demenz


Diagnostik: Eine gründliche Anamnese bei Verdacht. Organische Ursachen müssen ausgeschlossen werden. Das Blut wird beispielsweise auf Vitamin B12-Mangel getestet. Schilddrüsen-, Leber- und Nierenwerte ebenfalls. Testverfahren wie der Mini-Mental-Statustest helfen, die Symptome darzustellen und den möglichen Fortschritt der Demenz aufzuzeigen. Dennoch sind weitere Testverfahren nötig. 

Dieser Test untersucht: Denken, Rechnen, Schreiben, Zeichnen, Sprache und Sprachverständnis sowie Gedächtnis und Aufmerksamkeit. Bildgebende Verfahren wie CT und MRT helfen, Hirnblutungen, Tumore und andere organische Demenzursachen auszuschließen. Es können aber Veränderungen am Gehirn nachgewiesen werden.


Rechts ist ganz deutlich die rückläufige Hirnmasse zu sehen


Therapie: Bei Demenz können Antidementiva (Medikamente, die die Hirnleistung verbessern sollen) sowie Psychopharmaka zum Einsatz kommen. Leider sind die Wirkungen dieser Mittel meist nur kurzfristig oder schaffen nur schwer Linderung. Für die Betroffenen ist eine intensive Pflege durch Angehörige und Pflegepersonal besonders wichtig! Angehörige sollten sich aber überlegen, sich Hilfe durch fachkundiges Pflegepersonal, Wohngruppen, Selbsthilfegruppen usw. zu holen, da die Pflege eines an Demenz erkrankten geliebten Menschen auch oft Überforderung für die Familie bedeutet. 

Dies ist keine Schande! Der Betroffene entfremdet zunehmend, wird unter Umständen immer aggressiver und erkennt auch bald den Angehörigen nicht mehr. Dies sind auch seelische Belastungen für die Familienmitglieder, die auch auf ihre eigene Gesundheit achten müssen! Ein demenzkrankes Familienmitglied ist in einem Pflegeheim besser aufgehoben, wenn die Angehörigen den Belastungen dieses Verlaufs nicht gewachsen sind.




Ausblick: Trotz der intensiven Forschung geht man davon aus, dass die Demenz höchstwahrscheinlich niemals durch ein Medikament geheilt werden kann. Das zunehmende immer höher werdende Alter der Menschen und die Komplexität des menschlichen Gehirns, machen die Wirkung eines Medikaments quasi unmöglich.


Vorbeugung: Wie auch bei anderen Krankheiten, gilt hier vorsorglich: gesunde Ernährung, Sport, Bewegung an der Luft, nicht Rauchen, kein übermäßiger Alkoholgenuss! Da es aber familiäre Häufungen gibt und wie schon genannt die Menschen immer älter werden, gibt es keine definierten Gegenmaßnahmen! 

Liebe Leser: da es in der Welt der Medizin viele Meinungen gibt und gerade hier aktuell Diskussionen um eine mögliche Heilung von Demenz stattfand möchte ich dringend an euch apellieren! Kokosöl kann Alzheimer definitiv NICHT heilen! So eine Aussage ist grob fahrlässig und schadet den Betroffenen mehr als dass es hilft! Als Unterstützung könnt ihr das Kokosöl ja gerne verwenden aber bitte bitte nicht von Heilung ausgehen. Danke!




Quelle: Dr. Uta Groger ...in der Arztpraxis

Kommentare:

  1. Hallöchen,
    wir haben im Bezug auf Alzheimer schon einiges mitgemacht - Wutanfälle, versteckte Sachen, Verwirrtheit. Der Lebensgefährte meiner Oma hatte die Krankheit und zuerst konnte man das noch nicht feststellen. Es war wirklich eine furchtbare Belastung für alle im Haus. Wir gehen davon aus, dass er insgesamt 10 lange Jahre mit der Krankheit gelebt haben könnte, genau wissen wir es allerdings nicht. Am Ende war er dann ganz ruhig und hat fast gar nichts mehr gemacht... einen Menschen so abbauen zu sehen ist nicht leicht. Irgendwo verständlich, dass man die Hoffnung dann auf spezielle Lebensmittel legt, aber im Endeffekt ist wahrscheinlich kaum einer davor gefeiht, wenn man alt genug wird.

    Viele Grüße
    Bloody

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    1. Entschuldige, liebe Bloody, dass ich mich jetzt erst melde! Die Kommentarfunktion hat mir jetzt einige Wochen Kopfzerbrechen beschert. Ich habe gehörigen Respekt vor allen Menschen, die ihre demenzkranken Angehörigen bis zum Schluss pflegen. Es ist absolut keine leichte Aufgabe!

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    2. Kein Problem liebe Nadine!
      Nein, das ist es wirklich nicht. Aber im Endeffekt hat man kaum eine Wahl. Manche Heime nehmen solche Patienten sogar nur ungerne an bzw. gibt es dafür wiederum eigene Residenzen. Die Leute können sich ebenso kaum um die ganzen Bewohner kümmern... alles nicht so leicht. Aber es werden jedenfalls nicht weniger Menschen mit solch einer Erkrankung.

      Viele Grüße
      Bloody

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  2. Huhu! Danke für deinen tollen Beitrag! Ich habe persönlich mit einer an Demenz erkrankten Person zu tun. Besonders schlimm ist für uns Angehörigen, dass sie mehrmals täglich nach der im Sommer verstorbenen Tochter fragt, dessen Tod wir alle noch nicht überwunden haben. Sie hat 63 Jahre mit ihr zusammen gelebt und wartet seit Sommer täglich auf sie... und wir gewöhnen uns nie daran, dass sie den Verlust nicht "begreifen" kann. Meiner Meinung nach ist es eines der schlimmsten Krankheiten. Für den Patienten selbst natürlich auch. Die Unsicherheit, die Ängste und vieles mehr...

    Ein schönes Wochenende dir!

    Sara <3

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    1. Das ist natürlich nicht schön. Aber wenn ihr dieser Person z.B. erzählt, dass die Tochter im Urlaub ist, oder gerade auf der Arbeit oder eben immer woanders, hilft ihr das dann? Natürlich kann man ihr ja nicht jeden Tag aufs Neue so eine für sie schlimme Nachricht erzählen. Das ist immer schwierig. Sie machen sich ja meist sogar auf die Suche nach ihren Angehörigen. Sowas ist nervlich schon sehr anstrengend, ich hab größten Respekt davor, einen Demenzkranken zu pflegen. Wünsche euch weiterhin viel Kraft und gute Nerven und viel Verständis.

      lg Nadine von Nannis Welt

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  3. Hach, jetzt hab ich es doch gleich durchgelesen. Meine Oma ist betroffen. Sie befindet sich in einem Stadium, in dem sie nicht mehr reden kann, eigentlich kann sie noch nicht mal mehr laufen und wissen tut sie schon lange nichts mehr. Wirklich schlimm alles :(

    Ich habe auf Netflix eine coole Doku gesehen (Alive Inside). Dort werden Alzheimerbetroffene Menschen mit Musik versorgt, ich kann nur sagen, es wirkt. Schau dir die Doku mal unbedingt an.

    Ich versuche bis zum nächsten Besuch bei meiner Oma, ein paar alte Stücke aus ihren Leben herauszusuchen und mal sehen was passiert ;)

    Liebe Grüße, Stefanie

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    1. Hallo Stefanie!

      Das mit der Musik ist eine super tolle Idee! Vielleicht magst du ja mal berichten, ob und wie es denn geklappt hat?! Du musst nur aufpassen, dass du keine Songs erwischst, die sie vielleicht triggern in Form von negativen Erlebnissen. Es ist schön, dass du dich so um deine Oma kümmerst und sie regelmäßig besuchst!

      lg Nadine von Nannis Welt

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