Sonntag, 15. Juli 2018

In den Fängen des Bösen - André Wegmann


In den Fängen des Bösen – André Wegmann




Der 1. Fall führt den Privatermittler Michael Jesko an die Nordsee in ein kleines Küstendorf namens Grevensiel. Ulrike Hansen hat nach seinen Diensten gerufen um das mysteriöse Verschwinden ihrer Tochter Jessica, die zusammen mit ihrem Freund Thomas nach einem vermeintlichen Bootsunglück unauffindbar ist aufzuklären. Jesko glaubt jedoch im ersten Moment ebenfalls an ein Unglück auf dem Wasser, nimmt den Auftrag der verzweifelten Mutter aber an und begibt sich auf Spurensuche. Doch Spuren scheinen kaum vorhanden und der Privatermittler hat keinerlei Anhaltspunkte, was die Aufklärung des Falls schwierig macht. 

Er wird in eine kleine Pension, die von der älteren Dame Gerda geführt wird einquartiert. Die nette aber durchaus neugierige alte Frau schließt Michael schnell ins Herz. Aus der Ferne, genauer gesagt aus seiner Heimatstadt Bochum bekommt er tatkräftige Unterstützung von Kimi, die sich perfekt im Word Wide Web auskennt und Peter, seinem handwerklich geschickten ehemaligen Polizisten. Können sie gemeinsam das Verschwinden der beiden Teenager aufklären? Der Ermittler konzentriert sich auf das nahe Umfeld Jessicas und studiert ihr Tagebuch, indem sie von der Seehundeauffangstation berichtet, die sie mit Leidenschaft unterstützt. Doch die Station steht vor der Schließung und soll einem Touristenprojekt weichen.

War Jessica diesem Unternehmen ein Dorn im Auge? Sorgte sie doch dafür, dass das Unternehmen in Negativschlagzeilen geriet. Aber würde der Konzernchef wirklich so weit gehen, das Mädchen loszuwerden? Und wenn ja, wo ist sie? Wer ist diese attraktive Frau, der Jesko im Ort begegnet? Wird er sie wiedersehen? Und die beiden Teenager, sind sie wirklich ertrunken oder wurde gar ein Verbrechen verübt? 

Diesen Thriller konnte ich nicht aus der Hand legen! André Wegmann hat einen angenehmen und flüssigen Schreibstil, der niemals zu sehr abschweift und sich auch nicht mit unnötigen Informationen aufhält. Das mag ich persönlich als Leser sehr gerne. Er schafft es den Leser vollkommen mitzunehmen an die Nordsee. Man kann förmlich die Meeresbrise auf seiner Haut spüren, das Salz in der Nase riechen und im Mund schmecken. Die Protagonisten sind menschlich ausgearbeitet und man schließt Michael Jesko sofort in sein Herz. Auch die Nebencharaktere sind wundervoll, allen voran die ältere Pensionschefin Gerda! Jedes Mal, wenn der Privatermittler das Zimmer verlässt ist sie da und begrüßt ihn herzlich und man beginnt beim Lesen diese Frau richtig zu mögen, über ihre Neugier zu schmunzeln und sie einfach sympathisch zu finden. 

Besonders toll sind für den Leser auch die Nebenhandlungen. Man erfährt viele Mythen und Sagen rund um die Nordsee, die aber auch schon mal extra für diese Geschichte erdacht wurden. Auch das Leben der Menschen an der Küste wird einem näher gebracht, was die Fantasie beflügelt und somit dafür sorgt, dass man mitten drin im Geschehen ist. Die Ermittler tappen lange im Dunkeln und am nötigen Thrill fehlt es auch nicht. Die Spannung hält sich konstant und man begibt sich immer weiter auf die Suche nach des Rätsels Lösung. 

Es gibt auch Sequenzen, die das Martyrium Jessicas beschreiben, die nicht unbedingt was für Zartbesaitete sind. Die Situation in der sich das Mädchen befindet wird detailliert beschrieben und man leidet auch mit dem armen Geschöpf. Aber was pflege ich da immer zu sagen?! Wer dies nicht packt, muss eben einen Krimi lesen ;-).

Dieser Thriller bekommt von mir 5 von 5 Leseeulen! 

Samstag, 14. Juli 2018

Sehnsuchtswege - Martin Matheo




Sehnsuchtswege – Martin Matheo





Paul steht beruflich und privat mehr als nur gut da! Sein Job in einer Marketingfirma läuft hervorragend und auch die Villa, die er in Wien zusammen mit seiner Frau Linda und den zwei Kindern bezogen hat, ist kaum an Luxus zu übertreffen. Er ist voll und ganz zufrieden mit seinem Leben und dem tollen Porsche, der in der Garage steht. Dies alles soll sich ändern, als er eines Morgens zu spät zu einem wichtigen Pitch unterwegs ist. Paul erleidet einen schweren Unfall, der sein ganzes Leben auf den Kopf stellt…

Eine Menge Geld, eine Luxusvilla und tolle Autos: ist das Streben nach diesem Luxus wirklich „das Gelbe vom Ei“?! Macht dieser Lebensstil immer glücklich? Oder gibt es noch mehr zu entdecken im Leben und überhaupt: Welchen SINN hat es denn, so zu leben wie man lebt? Dies alles sind Fragen, die der Autor auf oftmals spirituelle und philosophische Weise auf den Grund geht. Dies übernimmt der Protagonist Paul, mit dem man als Leser von der ersten Seite an mitfühlt. Man taucht tief ein in seine Gefühle und Gedanken. 

Zugegeben, manches kam mir beim Lesen zu glatt rüber, irgendwie zu „perfekt“, wie alles läuft. Auch manche Geschehnisse haben mich ein wenig irritiert bzw. eben bestimmte Verhaltensweisen der Protagonisten, allen voran das Verhalten Lindas direkt nach dem Unfall. Aber es hatte alles seine Wirkung: man denkt über alles nach was Paul passiert. Würde ich mich so verhalten? Könnte ich genügend Verständnis aufbringen? Gerade am Schluss wird alles nochmals viel viel klarer und lohnt sich somit am Ball zu bleiben. Der Schreibstil ist total flüssig und immer wieder inspirierend. 

Die „Sehnsuchtswege“ und die Suche nach den „7 Wünschen im Leben“ war durchweg so interessant, dass man kontinuierlich wissen wollte, wie es mit Paul weitergeht. Bewegend, teilweise zum Schmunzeln und gedankenanregend – so würde ich es beschreiben, die Charaktere durch das Buch zu begleiten. Ein Manko war für mich das Layout: Die Dialoge waren „verschoben“, was die Formatierung anbelangt, was oft sehr nach Druckfehler ausgesehen hat. Besonders gut gefallen haben mir die Zitate vor jedem neuen Kapitel und die Weisheiten, die innerhalb der Geschichte zu lesen waren. 

Wer also eine Story zum Nachdenken und philosophieren wünscht, ist bei diesem Buch genau richtig! 

Fazit: 4 von 5 Leseeulen! Vielen Dank an Martin Matheo für das Rezensionsexemplar!  




Freitag, 13. Juli 2018

Das Eichhörnchen! Ein interessanter Nager.



Das Eichhörnchen! Ein interessanter Nager.

Heute möchte ich euch auf eine fotografische Safari mitnehmen. Was gibt es zu entdecken? Ein wie ich finde ganz putziger und quirliger Nager: das Eichhörnchen!






Die kleinen Flitzer leben in Mischwäldern, aber auch Laub- und Nadelwälder sind ihre Heimat. Außerdem sind sie innerhalb von Europa weit verbreitet. Wusstet ihr, dass Eichhörnchen bis zu 10 Jahre alt werden können?!






Sie machen auch nicht wirklich Winterschlaf, sondern eher „Winterruhe“. Ab Herbst fangen sie an ihre Wintervorräte aufzufüllen. Hauptsächlich sammeln sie dabei Nüsse und Samen. Da sie wie schon erwähnt keinen Winterschlaf machen, sind sie im Winter für wenige Stunden am Tag wach, um nach den im Herbst vergrabenen Vorräten zu suchen. Sie fressen sogar mal Küken von Vögeln und stehlen schon mal Eier!






Besonders auffällig ist natürlich immer der Schwanz des Eichhörnchens. Er wird zur Kommunikation besonders mit Artgenossen genutzt und beim Flug von Baum zu Baum, dient er als Steuerruder, damit das mit der Landung auch zuverlässig klappt. Deswegen ist der Schwanz auch für das Gleichgewicht zuständig.






Zum Aussehen kann man sagen, dass die Nager entweder in Rottönen oder bis zum schwärzlichen Braun zu entdecken sind! Es kommt sogar auf den jeweiligen Lebensraum an, ob ein Eichhörnchen rötlich oder eher schwarz ist, da viel Sicherheit von der Tarnung abhängt. Auch Fellwechsel stehen bei den Nagern an.





Übrigens bekommen sie im Frühjahr bis zu 5 Junge und leben in einem sogenannten „Kobel“. Es gibt extra für die Jungen sogar einen „Wurfkobel“. Habt ihr so einen schon mal entdeckt? Ich muss gestehen, dass ich bis jetzt leider noch nie einen gesehen habe.






Eichhörnchen haben natürliche Feinde. Katzen können ihnen gefährlich werden genauso wie Baummarder. Vögel wie Eulen, Bussarde und Habichte sind auf der Jagd nach der flinken Beute. Der Population tut dies keinen Abbruch. Noch zählen Eichhörnchen nicht zur bedrohten Tierart. Hoffen wir, dass es so bleibt! 

Ich hoffe, euch hat diese kleine Expedition ins Tierreich gefallen?! Welche Waldbewohner mögt ihr denn besonders gerne?








Samstag, 7. Juli 2018

Für mich?! Warum das denn? - Einfach so! (Über Geschenke und kleine Aufmerksamkeiten)




Für mich?! Warum das denn? – Einfach so!
(Über Geschenke und kleine Aufmerksamkeiten)




Wie steht ihr zum Thema Geschenke? Warum ich euch das frage? Nun, weil ich gerne Geschenke bastle. Kleine Aufmerksamkeiten für Menschen, die mir gute Freunde geworden sind. Für die Familie, die immer für einen da ist. Ich mag es auch gerne, Geschenke selbst zu basteln. Überhaupt mache ich mir schon Gedanken, was gefallen könnte und zu dem Beschenkten passt. Dabei geht es auch keinesfalls um den Wert des Geldes! Es muss kein 100,00 Euro teures Geschenk sein! Es geht um die Geste. 



Dies geschieht nicht nur zu besonderen Anlässen wie Geburtstagen, Geburt des Kindes oder anderen Feierlichkeiten.  Wenn ich zum Beispiel durch den Flohmarkt schlendere, entdecke ich hin und wieder Sachen, die einer Freundin sicherlich gefallen würden. Stimmt dann noch der Preis, freue ich mich über das „Mitbringsel“. Weil ich weiß, dass es ein Lächeln aufs Gesicht zaubert, demjenigen Freude bringt und einfach eine kleine Aufmerksamkeit ist. 

Oftmals kommt die Frage auf: „Für mich? Warum das denn?“ Ich denke mir dann: Warum denn nicht? Ich tue es ja gerne. Aus meiner Initiative heraus. Es ist auch ein Dankeschön an die Freundschaft. Daran, dass ich schöne Stunden mit diesen Menschen verbringen kann und Jemanden habe, der für mich da ist. Dies sind für mich besondere „Geschenke“: Aufmerksamkeit, Gesellschaft, Gegenseitige Unterstützung. 



Das Schönste daran ist doch, wenn es ohne gewünschte Gegenleistung kommt. Es soll nicht ausarten in: „Jetzt habe ich was geschenkt bekommen, jetzt muss auch ich mir was überlegen“. Nein! Darum geht es nicht! Sowas kann man auch annehmen, ohne das Gefühl zu haben, eine Art Gegenleistung zu erfüllen. Einfach über diese Geste, diese Aufmerksamkeit freuen. Das ist für mich dann die schönste Reaktion! 

Es ist auch ein: „Hey ich mag dich!“ „Ich honoriere, was du für mich tust!“ „Danke, dass du immer für mich da bist!“ Die Interpretationen müssen dabei gar nicht genannt werden. Es steckt in der Geste. Das Aussuchen und Überlegen, was gefallen könnte, macht mir dabei immer besonders viel Spaß. Genauso wie die schon genannten spontanen Dinge, die einem ins Auge fallen und sofort an einen besonderen Menschen denken lässt. 



Natürlich geht es mir ganz genauso, wenn ich eine Überraschung bekomme! Es freut mich total und auch ich frage mich manchmal: „Für mich? Warum das denn?“ Und wenn ich dann höre: „Einfach so!“ zaubert es mir ein Lächeln aufs Gesicht! 

Jetzt seid ihr dran! Schenkt ihr auch hin und wieder gerne? 




Freitag, 6. Juli 2018

Die Wanderapothekerin - Iny Lorentz (Hörbuch)



Die Wanderapothekerin – Iny Lorentz (Hörbuch)

Audible hat eine so tolle Auswahl an Hörbüchern und Hörspielen, dass es einem gar nicht so leicht fällt, eines der vielen Bücher auszuwählen. Dennoch ist meine Wahl auf einen historischen Roman gefallen.




Autor: Iny Lorentz
Gesprochen von: Anne Moll
Spieldauer: 15 Std. 20 Min. 
Serie: Die Wanderapothekerin, Teil 1
ungekürztes Hörbuch
Veröffentlicht:28.02.2014
Anbieter: Lübbe Audio


Das Schicksal scheint es nicht gut mit Klara und ihrer Familie zu meinen. Ihr Vater Martin kommt von seiner Wanderung durch die Lande als Apotheker nicht wieder zurück und gilt seither als verschollen. Jahre später verschwindet auch der älteste Bruder Klara´s auf seinen Wegen und so steht die Familie bald vor dem Ruin. Nicht ahnend, dass ihr eigener Onkel, Alois Schneid für das Verschwinden der beiden Männer verantwortlich ist, setzt sich das junge Mädchen in den Kopf, selbst als Wanderapothekerin das so dringend benötigte Geld für die Familie zu verdienen. Energisch macht sie sich auf den Weg, den Fürsten in Rudolstadt um Erlaubnis zu bitten. Im 18. Jahrhundert war es nicht üblich, Frauen solche Berufe zu zuteilen doch Klara hat Erfolg! 

Für sie beginnt fortan eine lange und beschwerliche Reise, bei der sie sich immer wieder behaupten muss. In Bamberg wird sie der Hexerei bezichtigt und auch einem Frauenmörder fällt sie in die Hände. Ihr Onkel Alois ist ihr stets dicht auf den Fersen und versucht alles, seine Nichte loszuwerden, um an das angeblich versteckte Geld ihres Vaters zu gelangen. Dabei ist ihm jedes Mittel recht. Von Kronach bis nach Gernsberg lernt Klara treue Gefährten kennen, wie die freche und selbstbewusste Martha und den charmanten Tobias, die sie auf ihrer Reise immer wieder unterstützen und gemeinsam beschreiten sie ein großes Abenteuer! 

Die Sprecherin Anne Moll, sprach schon die „Wanderhure-Reihe“ für das Autorenpaar Iny Lorentz. Und sie macht dies ganz toll. Sie haucht den Charakteren so viel Leben ein, dass man immer weiter hören möchte. Eine sehr angenehme und melodische Stimme wird auch immer wieder von mittelalterlichen Klängen begleitet, was den Hörer sehr gut in die damalige Zeit versetzt. Für mich war es ein tolles Hörbuch! Überhaupt höre ich gerne historische Romane an und lass mich in eine andere Zeitepoche entführen. 

Hört ihr auch gerne Hörbücher und Hörspiele? Welche kennt ihr denn schon und habt ihr Lieblingssprecher? 

Hier geht es zu Hörprobe auf Audible: Die Wanderapothekerin



Sonntag, 1. Juli 2018

Seelenspalter - Ju Honisch


Seelenspalter: Roman (Die Geheimnisse der Klingenwelt, Band 1) - Ju Honisch






Acht Reiche, Acht Herrscher, die in einem unendlichen Kampf miteinander liegen. Wer soll über die Reiche regieren? Mitten in diesen Kampf hinein gerät auch Maleni, eine junge Assassine, die dem geheimen Orten der Xyi angehört. Sie stammt aus einem Dorf, welches dem andauernden Krieg zum Opfer fiel und wurde von einer Schemenjägerin des Ordens nach dem Massaker an ihrer Familie aufgenommen. In einem Berg führen die Xyi ein unentdecktes Dasein. Gnadenlos werden die dort lebenden Bewohner durch Drill und Gehorsamsregeln zu Assassinen ausgebildet, die reuelos und empathiefrei ihre Aufträge ausführen. Gerade Mordaufträge sind dabei an der Tagesordnung und durch Rituale erhält Maleni eine Innenperson: Taryah. Sie ist die ausführende Kraft, wenn es um Spezialaufträge geht.

Bei einem solchen Auftrag, gerät Maleni/Taryah vom geplanten Weg ab, und muss sich nach einem Auftragsmord den Schmieden Umbert und Elgor anschließen. Um zurück zum Orden zu gelangen muss sie mit den beiden Männern durch Berg und Tal, den Feind immer im Nacken, die nach Rache dursten und ihr dicht auf den Fersen sind! Das Geheimnis der Existenz der Xyi muss in jedem Fall gewahrt werden und so ist für die Jägerin klar, dass die beiden Männer ebenfalls dieser Verschwiegenheit zum Opfer fallen müssen…Als sie genau diesen Auftrag erhält, beginnt Maleni einen inneren Kampf mit Taryah, die voll und ganz der Ordnung des Ordens unterliegt.

Hat sie je hinterfragt, was die genauen Beweggründe des Ordens sind? Dort sind Emotionen fehl am Platze und stören die Aufträge. Wie können sie in den Krieg der acht Reiche eingreifen und läuft im Berg alles so korrekt, wie man es ihr anerzogen hat? Für die junge Assassinin beginnt eine schwere Reise, in der sie im Zwiespalt mit sich selbst liegt und bald zu erkennen glaubt, dass Taryah nicht nur ihre innere Freundin, sondern auch Feindin sein kann!

Zuerst das Cover. Dieses fand ich sofort ansprechend und da ich Geschichten mit und über Assassinen gerne mag, habe ich beim Verlag nach einem Rezensionsexemplar gefragt. Vielen lieben Dank an Knaur Fantasy für das Exemplar! Der Schreibstil von Ju Honisch hat mir sehr gut gefallen. Er war flüssig, gehobener und den Örtlichkeiten angepasst. Man befand sich sofort in einem eher orientalisch angehauchten Setting, was mir persönlich sehr gut gefallen hat. Die Story macht auch nach einigen Kapiteln immer wieder Zeitsprünge zurück in die Zeit, als Maleni als kleines Mädchen zum Orden kam. Dadurch lernt man das aktuelle Verhalten der Protagonistin gut kennen und erfährt viel über die Erziehung, die sie bei den Xyi genossen hat.

Auch der Zwiespalt, der sich im Inneren Malenis abspielt, wird gut dargestellt. Taryah übernimmt immer dann die Oberhand, wenn es um Mord und Totschlag geht. Die Liebesgeschichte ist gut eingewoben und entwickelt sich im Laufe des Buches. Die Nebenfiguren gehen zwar nicht so sehr in die Tiefe, werden aber gut wahrgenommen und haben sich leicht in die Geschichte einführen lassen. Was mich nicht ganz überzeugt, ist die Offenbarung des Großmeisters, das dargestellte Wesen hat für mich nicht wirklich gepasst und dass sich am Ende des über 800 seitenlangen Buches die Ereignisse überschlugen, war mir dann zu rasant. Ich tat mich nämlich trotz des guten Schreibstils der Autorin schwer, einigen Passagen zu folgen, da die Protagonisten dazu neigen, ihre Gedanken und Überlegungen viel zu lange auszuführen…

Meiner Meinung nach hätte das Buch weniger Seiten gebrauchen können und wäre so angenehmer und nicht stellenweise so langatmig gewesen. Gerade wenn man über die Hälfte des Buches liest, wünscht man sich doch, dass die Geschichte an Fahrt aufnimmt, nur war es für meinen Geschmack dann doch alles zu sehr auf das große Finale gesetzt.

Nicht alles wurde gleich aufgeklärt und brachte Licht ins Dunkel, was ich schon immer interessant finde. Ich mag es mit zu rätseln und auch das gelingt der Autorin in diesem Auftaktband zu der Fantasy-Reihe ganz gut.


Mein Fazit: 3 von 5 Leseeulen



Samstag, 30. Juni 2018

Pessimisten und Vollzeitmotzer! Eine ganz besondere Spezies!



Pessimisten und Vollzeitmotzer! Eine ganz besondere Spezies! 


Kennt ihr sie auch? Leute, die den Titel „Weltmeister“ im Meckern verdienen? Alles erstmal negativ auffassen, zerreden und vom Schlimmsten ausgehen!? Man kann über viele Dinge jammern, motzen, lamentieren… Dabei hat Jeder seine eigene Ordnung. Seine eigenen Ideale. Dies ist vollkommen natürlich und in Ordnung, schließlich sind wir alle Individuen. Dennoch erkenne ich im Alltag gemeinsame Muster. Wir neigen oft dazu, eine Situation erstmal negativ zu bewerten und vom „Schlimmsten“ auszugehen. Könnte es denn eine Art „Selbstschutz“ sein, quasi vom Negativen ausgehen, damit es positiv werden kann? 

Oder stecken leidvolle Erfahrungen dahinter? Nun, es gibt meiner Meinung nach leider auch Menschen, die von Grund auf eine pessimistische Einstellung haben, was sich in vielen Lebenssituationen wiederspiegelt. Gehen euch solche Menschen auch auf die Nerven?! – MIR SCHON! Ernsthaft, es geht mir nicht darum, dass einem jeden Tag die Sonne aus dem ….Ohr scheinen muss. Wer wüsste das besser als ich? Aber so eine von Grund auf negative Einstellung und Pessimismus? Davon habe ich mich selbst verabschiedet! 


Wenn ich an das letzte Drittel in 2017 denke, gehörte ich wohl auch zu dieser „besonderen Spezies“. Damals ging es mir wirklich schlecht und zusätzlich habe ich mich noch von Meckereien runterziehen lassen. Das Leben war recht grau und ungerecht und überhaupt, wo liegt denn der Sinn? Die letzten Jahre waren wirklich hart, viele Schicksalsschläge, gesundheitliche Katastrophen sowie berufliche Orientierungslosigkeit, setzten mir sehr zu. 

Doch es war irgendwann ein Punkt erreicht, an dem ich mir gesagt habe, STOPP! SO kannst du nicht weitermachen! Du musst da raus. Außerdem, solltest du was an deiner Grundeinstellung ändern! Sowas ist ein langer Weg, nervig, anstrengend und schon nach kurzer Zeit, fallen einem negative Schwingungen auf. Die ziehen einen selbst auch runter, WENN man sich zu sehr darauf einlässt. Nur hatte ich absolut keinen Bock mehr darauf, selbst in dieser Negativspirale zu sitzen! Dies heißt nicht, dass andere Menschen primär „Schuld“ daran haben, wenn es einem nicht gut geht. Auf der anderen Seite reagiert man auf- und agiert mit anderen Menschen. Es kommt schon sehr darauf an, wer uns so begleitet. Für mich steht heute zum Beispiel fest: Ich werde nie mehr bei einem Arbeitgeber bleiben, der durch und durch am Rad dreht. Sei es, weil der Stuhl falsch steht, die Tür zu weit offen ist oder oder oder..


Wir kennen alle diese Menschen, die immer aus einer Mücke einen Elefanten machen. Menschen, die gleich und auf der Stelle die Nachteile einer Sache parat haben. Sie finden mit Leichtigkeit Gegenargumente, was eine tolle Nachricht ins Negative zieht, gute Neuigkeiten ausbremst und einfach einen richtig faden Beigeschmack hinterlässt. Beispiele gefällig? „Ihr wollt heiraten? Na dann schaut mal, dass ihr auch eine Familie ernähren könnt“! – „Du arbeitest Teilzeit? Du hast doch keine Kinder. Kommt ihr dann überhaupt über die Runden?“ – „Ein Haustier? Ihr wisst schon, dass das viel Arbeit macht?“ – „Das klappt bestimmt nicht!“ – „Das wird doch nie was.“ – „Na schauen wir mal, was das wieder wird“! usw. usw…Es gibt eben Leute, die alles nur schlechtreden. Oft merken sie wohl gar nicht, dass sie sich damit das Leben ganz schön wer machen! Warum tun solche Menschen nicht selbst was dafür, dass man positiver denkt? Lieber im oftmals übertriebenen „alles ist so scheiße-Trott“ sitzen bleiben und die Mitmenschen mit dieser Art nerven…

NICHT MIT MIR! Solche Leute ziehen mich nur runter und gehen mir auf die Nerven. Sollen sie meinetwegen alles blöd finden, ich möchte das Beste aus dem rausholen, was mir durch den Kopf geht, mir gut tut und was mir das Leben so zu bieten hat! 

Zu guter Letzt, bekommt ihr noch ein Zitat zum Nachdenken: 
„Kennt ihr diese Menschen, die niemals Komplimente machen, aber Negatives sofort mitteilen müssen? Wenn ja, wo begrabt ihr die?“ – Haltet die Ohren steif! Eure Nanni!

Feedback, Meinungen etc. auf Facebook erwünscht!



Donnerstag, 28. Juni 2018

Die 13 1/2 Leben des Käpt´n Blaubär - Walter Moers (Hörbuch gelesen von Dirk Bach)




Die 13 ½ Leben des Käpt´n Blaubär – Walter Moers (Hörbuch gelesen von Dirk Bach)




Mit diesem Hörbuch nimmt euch der bekannteste Blaubär der Filmgeschichte mit auf eine wundervolle Reise durch „Zamonien“, welches ein Kontinent ist, der zu früheren Zeiten auf der Erde existiert haben soll. Wer kennt ihn nicht? Den Käpt´n Blaubär? Viele werden jetzt sagen: „Ja“! Der aus der Sendung mit der Maus“. Ist richtig, wenn auch diese Geschichte eher an die Erwachsenen Leser bzw. Hörer gerichtet ist.

Eigentlich hat der Bär ja 27 Leben, allerdings werden hier „nur“ die ersten 13 1/2 Leben erzählt und dies in der Ich-Form. Hier kommen wir auch schon zu einem weiteren Highlight dieses Hörbuchs: Dirk Bach! Er ist und bleibt einfach legendär! Wenn er die Stimme erhebt und das Erzählen anfängt, ist man sofort verzaubert, lacht sich schief, fühlt mit und verschmelzt mit dem fiktiven Kontinent Zamonien. Ob er den „Stollentroll“ hinterhältig lachen,- die „Tratschwellen“ laut gaggern- oder die Waldspinnenhexe über den Wald hinwegrummsen lässt, jeder Ton wirkt genau richtig platziert und authentisch!

Blaubärs Erinnerungen beginnen damit, dass er in einer Nussschale auf hoher See dahintreibt. Zunächst wird er von Zwergpiraten aufgezogen und auch bei seiner zweiten Station, den Klabautergeistern lernt er viel fürs Leben. Er lebt längere Zeit in einem Dimensionsloch, auf der Feinschmeckerinsel, gerät ins Innere eines Tornados und landet in einem großen Bollogkopf, wo er die Bekanntschaft mit einer „schlechten Idee“ macht. Es warten noch mehr fantastische Geschichten auf den Hörer und wenn ihr die fantasievollen Figuren, auch „zamonische Daseinsformen“ genannt nicht kennt, hilft euch ein ganz besonderes Lexikon weiter, welches sich sozusagen im Kopf von Käpt´n Blaubär befindet: „Das Lexikon der erklärungsbedürftigen Wunder, Daseinsformen und Phänomene Zamoniens und Umgebung von Prof. Dr. Abdul Nachtigaller“!

Sobald neue Wesen auftauchen, neue Umgebungen betreten werden, aktiviert sich das Lexikon und teilt mit, worum es sich handelt. Unterlegt wird diese Reise von ca. 18 Stunden mit zamonischer Musik und passenden Hintergrundgeräuschen! Dies alles ergibt für mich die absolute Lieblingsgeschichte! 

Seid ihr nun neugierig geworden? Dann begebt euch auf eine abenteuerliche Reise, die euch lange Zeit faszinieren und verzaubern wird!



Samstag, 23. Juni 2018

Ein Mords-Team 2 - Nicole Böhm




Ein Mords-Team 2 – Nicole Böhm




Ein M.O.R.D.s-Team das sind Mason, Olivia, Randy und Danielle. Die Teenager versuchen den Mordfall um Mariette King von 1984 aufzuklären. Sie müssen sehr weit zurück in der Vergangenheit wühlen und kommen dabei einem Geheimnis näher, der den Fall in ein neues Licht rückt. Olivia hat derweil die Chance, an einem Fotowettbewerb teilzunehmen. Die Künstlerin Rebecca Reach fördert Nachwuchskünstler zusammen mit Lucian und seinem Assistenten Chris. Doch die geplante Ausstellung droht zu platzen, als Unbekannte die Galerie verwüsten und mit roter Schrift Warnungen und Drohungen gegenüber der Künstlerin an die Wände schmieren. 

Olivia setzt sich in den Kopf den Fall aufzuklären und bekommt dabei Unterstützung von Lucians Assistenten Chris. Wer ist für den Vandalismus verantwortlich und warum wird Rebecca bedroht und von wem? Zur gleichen Zeit bringen die anderen Jugendlichen in Erfahrung, dass der kürzlich verstorbene Direktor etwas mit dem Mordfall von vor 30 Jahren zu tun haben könnte. Danielle erhält bedingt durch ihren gesellschaftlichen Stand eine Einladung zur Beisetzung des Verstorben und einem anschließenden Besuch seines Anwesens. Diese Chance nutzt das Mädchen zusammen mit Mason, um sich dort genauer umzusehen. Und Randy tut das, was er am besten kann: Im Internet recherchieren. Können die Vier weitere Hinweise sammeln, die zur Lösung der Fälle beitragen? 

Auch in Band 2 folgt ein Ereignis dem Nächsten! Die Autorin Nicole Böhm führt diesmal durch die Geschichte und der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Ohne Ausschweifungen und federleicht liest sich die Story und so war ich schon bald wieder drin im Geschehen. Schon in Band 1 lernt man die Charaktere gut kennen und freut sich so im Folgeband auf ein Wiedersehen. Es macht Spaß dem Verlauf der Story zu folgen und selbst mit zu rätseln, wie die einzelnen Ereignisse wohl zusammenhängen könnten, oder wann man sich vllt. auf dem Holzweg befindet. 

Die Reihe werde ich garantiert weiterlesen und bin auf Band 3 gespannt. Die Greenlight–Press bringt tolle Bücher hervor und der Verlag hat es mir angetan. 

Mögt ihr die Bücher des Verlags genauso sehr wie ich? 



Freitag, 22. Juni 2018

Autoreninterview - Christiane Lind



Autoreninterview Christiane Lind


Autorin für Historienromane, Fantasygeschichten und Familiensaga



 Copyright: studioline Kassel




Liebe Christiane Lind, möchtest du den Lesern meines Blogs ein bisschen was über dich erzählen?

Christiane Lind: Liebe Nadine, erst einmal herzlichen Dank für die Einladung, etwas über mich – und vor allem über meine Bücher erzählen zu dürfen. Was gibt es über mich zu erzählen? Hmm, fangen wir damit an, wie ich zu Büchern gekommen bin. Durch die Frauen meiner Familie – das erklärt wohl auch die starken Frauen in meinen Geschichten – habe ich Bücher und Geschichten lieben gelernt. Meine Mutter und meine Oma haben gerne gelesen und vorgelesen, so dass ich es gar nicht erwarten konnte, selber lesen zu lernen. 

Ab da habe ich Bücher verschlungen, Geschichten erfunden, aber nie daran gedacht, dass ich selbst Romane schreiben könnte. Erst im Jahr 2000 in Bremen habe ich mit einer Freundin überlegt, einen Krimi zu schreiben, weil wir beide unsere Jobs gehasst haben. Der Krimi ist über 100 Seiten nie hinaus gekommen, aber ich habe mich mit der handwerklichen Seite des Schreibens beschäftigt und angefangen, kurze Geschichten zu Papier zu bringen. 

Es brauchte dann zehn Jahre, bis mein erster Roman veröffentlicht wurde, aber seitdem sind es einige geworden. Wenn ich die Akazie mitzähle, sind es inzwischen fünfzehn Bücher, elf bei Verlagen, vier als Self Publisher. Beim Schreiben begebe ich mich am liebsten auf die Spur von Familien und deren Geheimnisse, sei es im Mittelalter, dem 20. Jahrhundert oder auf anderen Kontinenten. 

Nach beruflichen Zwischenstationen in Göttingen, Gelsenkirchen und Bremen teile ich heute in Kassel eine Wohnung mit unzähligen und ungezählten Büchern, einem Ehemann und vier Katern. Die Samtpfoten erwarten von mir, dass mindestens eine Katze in ihren Geschichten vorkommt, was ich als braves Katzenpersonal immer umsetze.

Eine Autorin – 4 Pseudonyme – verschiedene Genre. Wie kam es dazu?

Christiane Lind: Oh, es sind sogar fünf: 
Christiane Lind für historische Romane, Familiengeheimnisse und Katzengeschichten. Clarissa Linden für Familiengeheimnisse, die im Nationalsozialismus spielen. Chris Lind für Fantasygeschichten und einen Roman mit griechischen Göttern. Laura Antoni für ein Jugendbuch und schließlich …Carolyn Lucas als meine erste Self Publisher-Identität für Fantasygeschichten mit Engeln.

Ich schreibe in unterschiedlichen Genres, weil ich auch unterschiedliche Genres lese und es überhaupt nicht mag, mich festlegen zu lassen. Die Pseudonyme waren teilweise Wünsche der Verlage: neues Genre, neuer Name; teilweise meine Idee: so wollte ich das Self Publishing von den Verlagsbüchern trennen. Die Idee finde ich heute nicht mehr so genial, so dass die Akazie wieder unter Christiane Lind erschienen ist.

Du hast schon sehr viele Berufe ausgeführt. Ist Vielseitigkeit etwas, dass dich inspiriert? Was z.B. hat dich dazu bewogen, Sozialwissenschaften zu studieren und wie sehr hilft dir das beim Schreiben?

Christiane Lind: Leider ist es eher genau anders herum. :-) Ich kann mich nur schwer entscheiden und langweile mich schnell, so dass ich immer wieder etwas Neues versuche. Und es war nicht so einfach, als Sozialwissenschaftlerin eine Stelle zu finden. An Sozialwissenschaften fand ich toll, dass ich unterschiedliche Fächer studieren konnte. Außerdem fand und finde ich Menschen einfach faszinierend. Dank des Studiums kenne ich mich mit Bibliotheken und Archiven aus, was unglaublich hilfreich für Recherchen ist. Außerdem habe ich gelernt, größere Schreibprojekte zu organisieren und zu bewältigen und mich selbst zu organisieren. (Obwohl ich einen Hang dazu habe, zu viel Zeit im Internet zu verbringen oder mich in Recherche zu verlieren.)

Setzen dich die Deadlines deiner Verlage schon mal unter Druck?

Christiane Lind: Toi, toi, toi, bisher nicht. Ich schreibe relativ schnell und plane großzügig, so dass ich bisher (fast) immer pünktlich abgegeben habe. Nur von meinem Lieblingsbuch konnte ich mich nicht trennen und habe zweimal Aufschub erbeten.

Eine wie ich finde fantasievolle Idee ist die, dass deine 5 Katzen in jedem deiner Romane auftauchen. Wie kam es zu dieser Idee?

Christiane Lind: Inzwischen sind es leider nur noch vier Kater, unser Schwarzbrot ist im letzten Jahr gestorben, so dass ich ihn in mein Buch geschrieben habe, das im Januar 2017 erscheint. Hmm, wie bin ich auf die Idee gekommen? Da muss ich nachgrübeln. Mein zweites Buch bei Rowohlt waren weihnachtliche Katzengeschichten, das dritte war „Im Land der Kaffeeblüten“, in dem es eine klasse Oma gab, der ich etwas Besonderes geben wollte – und da kamen die Kater ins Spiel. Und von da an spielten sie sich immer mehr in den Vordergrund, wie Kater so sind.

Wie entstehen deine Geschichten? Wie gehst du vor? Entstehen die Romane nach expliziten Vorstellungen oder lässt du auch mal alles auf dich zukommen?

Christiane Lind: Ich bin eine Mischung aus Planerin und „Bauchschreiberin“, wobei ich diesen Begriff nicht mag, weil ich mir das immer bildlich vorstelle. Damit ich eine Geschichte schreiben kann, brauche ich die Hauptfiguren, den Anfang und das Ende. Sobald das steht, fange ich an, wild draufloszuschreiben: einzelne Szenen, die mir in den Kopf kommen, bunt durcheinander, bis ich etwa ein Viertel des Manuskripts geschrieben habe. Dann setze ich mich ans Plotten, schreibe einen detaillierten Plan, was in welchem Kapitel geschehen soll. Von da an schreibe ich sehr systematisch ein Kapitel nach dem anderen.

Wenn ich Geschichten an Verlage verkaufen will, erstelle ich inzwischen oft einen Plot-Plan, damit die Lektorinnen sehen können, wie sich die Geschichte entwickelt und welche entscheidenden Wendungen es geben soll.

In deinem Roman „Im Schatten der goldenen Akazie“ nimmst du deine Leser mit auf eine Reise durch das australische Outback. Wie liefen deine Recherchearbeiten dazu ab? Warst du in Australien?

Christiane Lind: Ganz ehrlich, ich habe mich nicht nach Australien getraut. Ich habe furchtbare Angst vor Spinnen und finde Schlangen und giftige Kröten auch nicht sehr attraktiv, die sich in Down Under tummeln. Außerdem fehlten mir Zeit und Geld, so dass ich statt zu reisen viel recherchiert habe. Ich habe Reiseberichte gewälzt, Reisevideos und Filme angesehen, mit Menschen gesprochen, die durch Australien gereist sind. Praktischerweise war meine Schwester viermal dort und ich habe eine Studienfreundin, die in Cairns lebt. Ich habe australisches Bier getrunken, australische Süßigkeiten (TimTams) gegessen, Didgeridoo-Musik gehört und gelesen, gelesen und gelesen. Und ich war im Zoo, um mir Kängurus, Wombats und Koalas anzuschauen. Auf Schlangen und Spinnen habe ich verzichtet.

Die Protagonistinnen in deinem Roman, Victoria, Catherine, Franziska und auch Alina sind alles starke junge Frauen, jeder für sich hat sein „Päckchen“ zu tragen. Fällt es dir leicht, solche Charaktere zu erschaffen und wie gehst du das an?

Christiane Lind: Oh, das ist eine schwierig zu beantwortende Frage. Als ich anfing zu schreiben, habe ich mich gefragt, wie man lebensnahe Figuren schreibt und habe Ratgeber gelesen und mich in Autorenforen umgeschaut. Oft hieß es dort, dass die Figuren plötzlich da wären und die Geschichte bestimmten. Damals dachte ich, das ist bestimmt ein Mythos, den man erzählt, damit Menschen wie ich nicht auf die Idee kommen, Bücher schreiben zu wollen. Heute weiß ich, dass da etwas dran ist. 

Obwohl ich Figurenbiografien entwerfe und mir alle Charaktere vorstelle und entwickle, passiert es sehr oft, dass die Figuren sich dann anders verhalten, als sie sollten und als ich geplant hatte. Unbewusst entwerfe ich Figuren oder jedenfalls einzelne Charakterzüge nach Familie und Freunden, wobei ich versuche, niemals Figuren eins zu eins nach Menschen auf meinem Freundeskreis nachzubilden. Ich glaube, das fänden meine Freundinnen nicht wirklich lustig, vor allem, wenn es eine negative Figur wäre. 

Magst du uns auch was über deine anderen Bücher erzählen?

Christiane Lind: Aber gerne – ich versuche, mich kurz zu halten.
Beginnen wir mit den historischen Romanen, weil ich mit einem historischen Roman ins Schreiben eingestiegen bin. „Die Geliebte des Sarazenen“ (den Titel finde ich furchtbar!) ist 2010 erschienen und inzwischen nur noch als eBook erhältlich. Ich mag die Geschichte, die zur Zeit der Kreuzzüge spielt, immer noch sehr, weil sie – neben der Pilgerreise meiner Heldin Leonore nach Jerusalem – die Frage stellt, wie Menschen unterschiedlicher Religionen zusammenleben können.

Aleke heißt die Heldin aus „Die Heilerin und der Feuertod“ und „Die Medica und das Teufelsmoor“, die im Spätmittelalter in Braunschweig und Bremen spielen. In beiden Romanen sucht Aleke, ein uneheliches Kind, ihren Platz in der Welt und stolpert dabei über Verbrechen und den richtigen Mann.

Im Mai 2016 habe ich das Mittelalter verlassen und bin ins London von Elisabeth I. gereist. „Das Shakespeare Geheimnis“ spielt im Schauspieler- und Theatermilieu und begleitet eine junge Frau auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen Ehemann. Die Zeit, in der die Geschichte spielt, ist unglaublich faszinierend und die Recherche über das Theater zu Shakespeares Zeiten hat mir unglaublich Spaß gemacht.

„Weiße Rosen auf der Titanic“ ist eine PersonalNovel, also ein Buch, wo man der Heldin den eigenen Namen geben kann und Freunde und Familie ebenfalls unterbringen kann. Es war eine interessante Erfahrung, Figuren so offen zu halten, dass jeder und jede sich darin wiederfinden kann. Und der Untergang der Titanic ist einfach ein spannendes Thema.

Apropos Untergang, nun kommen wir zu den beiden Büchern, die es nicht mehr zu kaufen gibt: Im Land des ewigen Frühlings, ursprünglich mein Jugendbuch, spielt 1902 in Guatemala und 2011 in Bremen. Zwei Schülerinnen recherchieren das Leben ihrer Ururgroßmütter und kommen einem Familiengeheimnis auf die Spur. Die Geschichte habe ich überarbeiten und als Self Publisher herausgebracht.

„Kein Gott wie jeder andere“ spielt in Kassel und ist ein lustiger Fantasy-Frauenroman, der sich fragt: „Was wäre, wenn die griechischen Götter in unserer modernen Welt lebten?“ Ich mag die griechischen Sagen sehr und hatte viel Spaß dabei, Zeus, Hera und alle anderen in unsere Zeit zu holen.
Ebenfalls im Genre Fantasy habe ich meine ersten drei Self Publishing-Bücher angesiedelt. Carolyn Lucas schreibt romantische Engelsgeschichten mit Katzen und Pferd.

Dank der Kater hatte ich genug Anschauungsmaterial für zwei Bücher mit Katzengeschichten: „Weihnachtspunsch & Weihnachtskater“ beschäftigt sich mit dem Sinn des Festes und stellt unterschiedliche Katzen und deren Menschen vor. Für „Endlich Schnurrlaub! Geschichten von Katzen auf Reisen.“ habe ich mich von Zeitungs- und Internetberichten über reisende oder wandernde Katzen anregen lassen. Toll, was die Stubentiger so alles erleben.

Und zum Schluss stelle ich euch mein Lieblingsgenre vor: die Familiengeheimnisse. Das erste Buch war „Das Haus auf der Blumeninsel“, das in Cornwall und auf Madeira spielt, beides Sehnsuchtsorte. Hier war ich auf Recherchereise – es war einfach großartig.

Mein Familiengeheimnis ist „Im Schatten der goldenen Akazie“, das in Australien spielt und dem Schicksal der Wagner-Schwestern Ende des 19. Jahrhunderts folgt. 

Als allerletztes kommt nun mein Lieblingsbuch, das ich einfach nicht aus der Hand geben wollte. „Ich warte auf dich, jeden Tag“, ist unter dem Pseudonym Clarissa Linden erschienen. Lily, deren Lebens- und Liebesgeschichte ich erzähle, ist meine Lieblingsfigur, weil sie so eigensinnig und stark und gleichzeitig verletzlich ist. Und ihre Familie mag ich ebenfalls, vor allem, weil sie sich in der schlimmen Zeit des Nationalsozialismus nicht unterkriegen ließen.

Was wird in naher Zukunft passieren? Gibt es Träume, die noch nicht ausgelebt sind?

Christiane Lind: Aktuell denke ich über ein Buch nach, das ich sehr, sehr, sehr gerne schreiben würde – und fürchte, dass jemand anders schneller mit der Idee ist. Ja, ich hätte gerne einen Bestseller und neben dem Schreiben möchte ich schon seit ewigen Zeiten ein eigenes Pferd. Mal sehen, ob eines davon etwas wird.

Gibt es einen Ort, der dir als absolute Ruhe-Oase dient? Zum Abschalten und wenn du mal dem Alltag entfliehen möchtest?

Christiane Lind: Das Internet. :-D Wenn ich Natur um mich haben möchte und viel Zeit habe, gehe ich in den Bergpark Wilhelmshöhe hier in Kassel. Der ist wirklich wunderschön und prima geeignet, die Gedanken wandern zu lassen.

Hast du zum Abschluss noch eine Botschaft, die du an die Leser meines Blogs richten möchtest?

Christiane Lind: Oh, Botschaften finde ich schwierig, wie wäre es mit einem Gruß? Liebe Leserinnen und Leser, danke, dass ihr meine Geschichten lest (und kauft) und eure Zeit mit meinen Heldinnen und Katzen verbringt. Ich freue mich über Rückmeldungen auf Facebook oder über meine Internetseite.

Liebe Christiane Lind, ich danke dir vielmals für dieses tolle Interview und den Einblick in deine interessante Welt rund um das Schreiben! Ich denke, wir Leser freuen uns vorallen auf weitere spannende Familiengeschichten ;-). 

Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg und persönlich alles Gute!






Mittwoch, 20. Juni 2018

Verlobung in Zarbahan - Schauplatzvorstellung - Der Basar -



Verlobung in Zarbahan – Schauplatzvorstellung Der Basar


Bildrechte by Elea Brandt


Sehr verehrte Hochzeitsgäste, 

Mein Name ist Quiro und ich begleite Sie durch den Basar. Heute ist der ideale Tag, um ein paar Münzen zu verdienen denn, der Basar quillt über vor Menschen. Also meine lieben Gäste, bleiben Sie schön zusammen. Auch wenn es sehr heiß heute ist, schützt uns die hölzerne Überdachung der Marktgasse vor der Sonne.

Bildrechte by Elif Siebenpfeiffer

(Illustrationen von elif siebenpfeiffer )

Hören Sie, wie die Händler sich gegenseitig versuchen, mit lautem Schreien ihre Ware als die einzig Beste zu verkaufen? Die kleinen, bunten Markisen spannen sich über die Ladenboxen, dicht an dicht stehen sie. Und vernehmen Sie die verschiedenen Düfte und Gerüche? Ich rieche den Duft von im Fett gebratenen Falafel, frisches Fladenbrot und scharfe Gewürze.


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Seht euch doch diesen besonderen Gewürzstand an! Diese Mischung aus Kräutern, Schärfe und Süße…Augenreib* Hach! Das brennt in Augen und Nase!!! Finden Sie nicht?! Die Händlerin feilscht gerade mit einer Kundin über den Pfefferpreis, DIE perfekte Gelegenheit! Passt auf: - „schnell streckte Quiro seine Hand nach vorne, schloss sich um einen Beutel aus Zimt und ließ ihn ungesehen im Inneren seines Hemds verschwinden“! –

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Was denn? Sie schauen alle so geschockt! Schon mein Großvater pflegte immer zu sagen: „Gelegenheit macht Diebe“ und mal ehrlich: ich muss auch überleben! Kommen Sie nicht auf Idee, mir nachzueifern, verehrte Gäste, von heute auf morgen klappt das nicht! Ihr würdet unter Garantie erwischt werden! Wussten Sie, dass man Dieben im Orient gerne mal die Hände abhackt???

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Unser Rundgang endet hier. Ich hoffe sehr, dass ich die verehrten Gäste des Schah unseren Basar näherbringen konnte. Sie kennen nun den Weg, sehen Sie sich noch etwas um. Probieren Sie die Gewürze, Kräuter und gönnen Sie sich einen äußerst köstlichen Falafel. 

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Der nächste Reiseführer Anna von "Magische Momente in der kleinen Bücherwelt" wird Euch bald abholen und ins Handwerkerviertel entführen. der Rundgang durch das Viertel wird sicherlich eine interessante Erfahrung. Gerade das Handwerk wird in der heutigen Zeit immer mehr zur Bedeutung, stirbt dieses doch leider so nach und nach aus. Umso schöner wird der Einblick sein und es entsteht dort Wunderbares.

Ich verabschiede mich von Ihnen, werte Gäste und wünsche Ihnen noch einen angenehmen Aufenthalt. 

Euer Quiro...

Hier geht es zur Veranstaltung: Verlobung in Zarbahan

Die Gastgeberin: Elea Brandt