Dienstag, 3. Oktober 2017

Hilfsbereitschaft und Verständnis!



Hilfsbereitschaft und Verständnis



Zwei Begriffe mit viel Gewicht für die Gesellschaft und das soziale Leben. Sie begleiten uns täglich und sollten allgegenwärtig sein. Dabei brauchen wir nicht einmal ausschließlich von Hilfe im Sinne von Hilfsorganisationen sprechen, oder als Ersthelfer an einem Unfallort agieren. Es geht auch um die Hilfsbereitschaft und das Verständnis im Alltag. Nur was bringt es uns, hilfsbereit zu sein und Verständnis zu zeigen? 

Überlegt doch mal selbst: wie oft kommt es vor, dass ihr euch über die alte Oma aufregt, die eine gefühlte Ewigkeit braucht um mit ihrem Rollator über die Straße zu kommen? Dann dreht sie auch noch mittendrin um und schleicht wieder zurück!! An der Supermarktkasse braucht sie ewig, bis sie mal ihr Geld rausgelegt hat und verstehen tut sie uns auch nicht gleich, sondern fragt 10 mal nach, was wir gerade gesagt haben. Sowas nervt gewaltig oder nicht? 

Genauso wie die unfreundliche Verkäuferin, die uns an der Kasse mürrisch ansieht und nicht mal ein „Hallo“ für uns übrig hat. Oder die genervte Telefonistin, die kurz angebunden unser Problem entgegen nimmt und scheinbar überhaupt kein Interesse an unserem Anliegen hat. Der aggressive Patient in der Praxis bringt dann das Fass zum überlaufen und wir fragen uns: „Haben die noch alle Latten am Zaun?!“



Die Antwort: Ja! Haben sie oftmals tatsächlich!

Wir sind doch auch mal schlecht gelaunt. Und es liegt auch an jedem selbst, wie man mit solchen Alltagssituationen umgeht. Ihr könnt euch über all diese Situationen natürlich weiter aufregen, aber ich frage euch: Ist es diesen Stress wirklich wert?! 

Ich sage: NEIN!

Aber wie könnt ihr euch selbst die nötige Ruhe und Gelassenheit verschaffen? Ihr ahnt es schon: Mit Hilfsbereitschaft und Verständnis. Klingt komisch?! Nun...Wartet ab! 

Gerade unsere Senioren sind uns sehr dankbar, wenn wir auch mal hilfsbereit zur Seite stehen. Helfen wir der alten Dame doch beim Überqueren der Straße! Oder fragen sie, ob wir ihr an der Kasse mit dem Geldsortieren und Einpacken der Waren helfen können! Sprechen wir doch einfach etwas lauter mit der betagten Dame und wiederholen eben einmal mehr, was wir gesagt haben. So nehmen wir ihr selbst den Stress. Sie muss dann keine Unruhe bekommen, weil sie jetzt den Verkehr aufhält oder die Schlange an der Kasse wegen ihr immer länger wird. Und vor allem: sie wird es uns danken! Zeigen wir doch auch Verständnis für das hohe Alter, dass sie erreicht hat! Sicherlich hat sie ein bewegtes Leben hinter sich, welches sie auch ein stückweit geprägt und gezeichnet hat. und mal ehrlich: Wir werden auch mal alt! 



Denkt doch mal über die möglichen Ursachen und Gründe nach, warum die Kassiererin genervt, der Patient aggressiv und die Telefonistin so reserviert ist?! Sind sie wirklich einfach nur gemein? Oder steckt vielleicht etwas anderes dahinter? Schenken wir doch der Kassiererin ein ehrliches Lächeln und gestehen ihr zu, heute mal genervt zu sein. „Sie sind auch froh, wenn dann endlich Feierabend ist, was?!“ Wünschen wir ihr auch einen schönen Tag! Sowas muntert auf und tut uns doch nun wirklich nicht weh. Denken wir daran, dass der aggressive Patient wahrscheinlich große Schmerzen oder Sorgen sagt. Entschärfen wir doch die Situation. Fragen wir nach, wie wir ihm helfen können. Zeigen wir Verständnis für seine Schmerzen und versuchen ihm den Besuch so angenehm wie möglich zu machen. Und die Telefonistin? Bedenken wir, dass sie jeden Tag wohlmöglich dutzende Beschwerden am Telefon entgegen nehmen muss. Wen wundert es da, wenn sie bald mal die Schnauze voll hat?! „Ich weiß, sie nehmen nur mein Anliegen entgegen und können persönlich nichts dafür!“ Und schon kann sie sich ein wenig entspannen und konzentriert der Sache nachgehen. 

Seien wir aufmerksam! Wenn wir helfen wo wir können, Verständnis für diverse Situationen aufbringen und mit Feingefühl und offenen Augen durch die Welt gehen, können wir uns und anderen das gesellschaftliche Leben angenehmer machen. 



Zugegeben, gerade die Sache mit dem Verständnis stellt uns oftmals auf die Probe, aber tut mir und euch selbst den Gefallen und versucht es einfach mal denn: Ich kann euch aus eigenen Erfahrungen sagen, dass es wirkt! Ihr bekommt Dankbarkeit zurück! Ein ehrliches Lächeln kommt zu euch zurück! Und es tut uns selbst gut. "Jeden Tag eine gute Tat!"

Und solange dieses Konzept aufgeht, werde ich daran festhalten. Hilfsbereitschaft und Verständnis können das Leben erleichtern, wenn man weiß damit zu jonglieren. 

Wie steht ihr zu dem Thema?! Wo erkennt ihr Hilfsbereitschaft und Verständnis im Alltag? 



Kommentare:

  1. Ein toller und nachdenklicher Beitrag!

    Lg

    Steffi

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  2. Danke für diesen schönen Beitrag, liebe Nadine!
    Ich denke auch, dass es irrsinnig wichtig ist, wenn man hin und wieder einem anderen Menschen hilft - egal ob man ihn nun kennt oder ob man einem "Unbekannten" die Tür aufhält. Man muss nicht immer gleich eine Gegenleistung erwarten. Vielmehr kommt diese womöglich von einer anderen Seite und zeigt sich auf eine ganz andere Weise, wie man es sich je erwartet hätte.
    Und ja, du hast recht: Verständnis für andere (aber auch für sich selbst!) und Hilfsbereitschaft erzeugt Dankbarkeit. Und am besten sind wir uns selbst auch noch dankbar dafür, dass wir verständnisvoll und hilfsbereit sein können. :-)
    Alles Liebe, Iane von den Gesunden Erbsen

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    1. Vielen Dank liebe Iane! Mich freut es sehr, in dir eine Gleichgesinnte zu so vielen Themen des täglichen Lebens zu haben! 😀 Lebe, Liebe, Lache!

      Lg Nadine

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  3. "Dann dreht sie auch noch mittendrin um und schleicht wieder zurück!" XD Ja, diese alten Schachteln sind wirklich eine Landplage. Aber wenn man Zeit hat und ein bisschen mit ihnen plausert, ist's manchmal ganz interessant. :)

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    1. Ja, vorallen werden wir garantiert so gaaaaanz anders wenn wir alt werden ;-)

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  4. Diesen Beitrag hast du wunderschön geschrieben, liebe Nadine.
    Wir dürfen nie vergessen: Eines Tages sind wir die alten Damen mit Rollator. Eines Tages gehen wir einkaufen, wenn am meisten los ist, weil wir Menschen sehen wollen.

    Ganz liebe Grüße,
    Gisela

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    1. Danke dir liebe Gisela!

      Stimme dir da voll und ganz zu! Die jüngere Generation wird auch mal alt! Und auch sie wollen mit Respekt behandelt werden und nicht jeder ist leider fit im Alter. Demenzerkrankungen zB. kommen immer häufiger.

      lg Nadine von Nannis Welt

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  5. Ich gebe dir so recht! Ich habe auch gemerkt, dass es mir viel mehr gibt, wenn ich meinen Ärger runterschlucke und freundlich bin. Gerade letztens erst im Supermarkt an der Obstwaage: Älterer Herr ist am "Friemeln", dauert mir zu lang. Ich schwanke zwischen Augen-Verdrehen und Lächeln. Entschied mich dann für Letzteres und fragte ihn, ob ich ihm weiterhelfen kann. Haben dann zusammen seine Trauben abgewogen und er hat sich sehr nett bedankt. Ich glücklich, er glücklich. Und ich habe mir das tatsächlich über die letzten Jahre angewöhnt (manchmal muss man sich selbst eben wieder daran erinnern): mit positiver/freundlicher Einstellung rangehen. Damit "entwaffnet" man auch die (anderen) Miesepeter in der Umgebung.
    Gilt übrigens nicht nur für die älteren Mitbürger, klappt auch bei nervigen Kindern ;-)

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    1. :-) Tolle Einstellung und es ist schön, wenn auch andere merken, dass es so doch ein wenig angenehmer ist! lg Nadine von Nannis Welt

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  6. Liebe Nadine, du sprichst mir aus der Seele! So macht man nicht nur sich das Leben leichter und angenehmer sondern auch seinen Mitmenschen! Kleine Gesten und Zeichen können so großes bewirken!

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  7. Guten morgen,
    oh ein Thema, das immer brisant it. Ich gestehe, ich arbeite im großen SB Einkaufsmarkt und da ist es manchmal nicht einfach, immer gute Laune zu haben. Gerade gestern erst wieder musste ich mich doch zusammennehmen. Ein älterer Herr fing mich an zu beleidigen, in dem er mich doof, dumm wie broot und blöd bezeichnete, nur weil "seine" Brotsorte" nicht mehr im Regal vorrätig war. Ich sagte zu ihm, stopp, ich muss michh nicht beleidigen lassen von ihnen und schon ging es los, das gezeter. Mit ihm haben sich dann noch 2 Kunden eingemischt und beschimpften mich unhöflich und unhöflich. Ich sagte darauf nichts mehr, denn sonst hätte sich das gesteigert, sagte stattdessen nur, dass ich mich entschuldige, wenn ich mich im Ton vergriffen hätte. Soviel zu Respekt und Verständnis. Nungut, vielleicht nicht ganz passend, aber ich "muss" mich beleidigen lassen und noch dafür entschuldigen!!
    Wenn ich eine älter Kundin, älteren Kunden im Laden habe, gehe ich meistens mit diesen zu dem Regal hin und zeige ihm (ich bleib mal bei ihm) die Ware oder lese Preise vor. Auch an der Kasse, wenn ich einspringen muss, habe ich meistens Gedult mit solchen Kunden, weil es ist dann ja auch eine kleine Verschnaufspause für mich :-). Klar kommt es auch mal vor, das ich vielleicht einen genervten Ton habe, aber ich versuche das zu unterdrücken. Was leider - ich gestehe, nicht immer passiert.
    Liebe Grüße
    Anja vom kleinen Bcherzimmer

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