Dienstag, 21. Februar 2017

Grippe vs. grippaler Infekt



Grippe vs. grippaler Infekt




Eigentlich kennt es jeder! Auch zu jeder Jahreszeit, im Winter aber treten Infekte der Atemwege besonders häufig auf. „Mich hat´s erwischt, ich habe die Grippe“ sagen dann viele. Aber: meist stimmt das nicht so ganz. Die „echte“ Grippe auch in Fachkreisen Influenza genannt, ist dann doch nochmal eine Nummer „härter“, als ein grippaler Effekt, bei den Laien oftmals „Erkältung“ genannt. Welche wesentlichen Unterschiede bestehen und wie die Therapien bei beiden Infektionen aussehen könnt ihr in diesem Artikel lesen.

Zunächst einmal der Übertragungsweg: 

Beide Infekte werden durch Viren übertragen. Zwar hat jeder seinen eigenen Virenstamm, dazu komme ich aber noch. Trotzdem werden sie auf dem gleichen Wege übertragen:

Tröpfcheninfektion: durch Niesen, Husten und auch Sprechen.

Schmierinfektion: Händeschütteln, Türgriffe, Haltegriffe in Bus und Bahn usw.

Was uns im ersten Moment schon zur Vorbeugung führt: Hände waschen!! Auch wenn es vielfach unterschätzt wird, dass tägliche Händewaschen schützt uns wirklich von der Verbreitung von Erregern. Zwar kann so eine Verbreitung auch dann nicht gänzlich ausgeschlossen werden, aber es verringert das Risiko andere anzustecken um ein vielfaches.

Grippe vs. Grippaler Infekt – Unterscheidung in Virenstamm und Verlauf

Die Grippe wird „Influenza“ genannt und wird durch unterschiedliche Virentypen ausgelöst den „Influenza-Viren“, während die Erreger bei einem grippalen Infekt meist Rhino-Viren sind. Vor allen in der kalten Jahreshälfte, treten häufiger Infektionen mit beiden Erkrankungen auf. Die sogenannte Inkubationszeit ist der Zeitraum zwischen der Infektion und dem Beginn der jeweiligen Erkrankung. Bei der Erkältung beträgt dieser Zeitraum meist einige Tage, bei der Influenza dagegen kommt es meist viel früher zum Krankheitsausbruch.



Bei einem grippalen Infekt kommt es oftmals zu einem schleichenden Verlauf: viele bemerken zuerst Halsschmerzen, dann kommt der Schnupfen, der sich meist hartnäckig hält und geht dann in einen nervigen Husten über. Fieber und Gelenkschmerzen sind dabei aber eher selten. Man fühlt sich schlapp und müde, schafft aber oftmals trotzdem noch den Alltag. (Ist natürlich von Mensch zu Mensch unterschiedlich)

Bei der Influenza, der „echten“ Grippe, treten die Symptome sehr aprupt auf! Meist können die Erkrankten sogar eine bestimmte Uhrzeit nennen, ab derer sie sich sehr elend fühlten. Der Beginn ist sehr akut mit hohem Fieber bis zu 40 Grad, Gelenks- und Gliederschmerzen, extremen Halsschmerzen und trockenem Husten. Bedingt durch das Fieber kommt es auch zu teilweise heftigem Schüttelfrost und das Krankheitsgefühl ist sehr ausgeprägt.

Therapiemöglichkeiten und Verhalten

Das mit dem Händewaschen haben wir jetzt schon durch! Auch von nahem Körperkontakt sollte man erstmal absehen bis die Symptome abgeklungen sind. Übrigens: Die Influzena ist bei uns in Deutschland namentlich meldepflichtig! Dies dient dazu Epidemien frühzeitig eindämmen zu können. Vor allen wenn die Betroffenen in der Gastronomie und öffentlichen Einrichtungen arbeiten, müssen die Erkrankten so lange zu Hause bleiben, bis sie vollständig genesen sind. Der Nachweis zur echten Grippe erfolgt durch einen Nasenabstrich



Entgegen der allgemeinen Meinungen, sollte man bei beiden Infektionen NICHT zu Antibiotika greifen! Wie ihr nun wisst, handelt es sich um Viren und diese reagieren absolut nicht auf Antibiotika. Da der Körper bei solchen Infekten sehr anfällig und schon geschwächt ist kann es vorkommen, dass zusätzlich zur viralen Infektion noch eine bakterielle Infektion hinzukommt. Erst dann ist es eventuell sinnvoll, ein Antibiotikum zu nehmen. Ich persönliche halte von AB-Gabe nicht viel: es greift auch die gesunde Darmflora an, die ebenfalls für unsere Immunabwehr wichtig ist und es kann leicht passieren, dass man sich auch noch eine Pilzinfektion einfängt.

Der Körper heilt sich selbst! Er braucht Ruhe, viel Flüssigkeit und frische Luft. Keine allzu fettige Kost sondern eher Leichte ist dabei auch wichtig. Obst und Gemüse sollten auf dem Speiseplan stehen. Und wenn man nicht gerade hohes Fieber hat, hilft ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft! Bei einem grippalen Infekt empfiehlt sich das besonders, damit der Kreislauf in Schwung kommt und auch wieder bleibt. NUR Liegen ist da eher kontraproduktiv.

Weitere Maßnahmen und Linderung der Symptome:

  • 3x am Tag Inhalation (NaCL) oder auch Salzwasser
  • Ungesüßte Tees trinken wie Salbei, Kamille, Ingwer
  • Zuckerfreie Bonbons oder Halstabletten lindern die Halsschmerzen
  • Nasenspray sorgt dafür, dass die Schleimhäute abschwellen (Achtung Suchtgefahr durch Cortison!!) Diese Sprays sollten aber nur ca. 7 Tage genutzt werden um Schäden an den Schleimhäuten zu vermeiden.


Je nach Verlauf solltet ihr euch gesund schlafen und dem Körper genügend Ruhe gönnen vor allen bei der Influenza. Hier gilt: Bei Fieber auf jedenfall im Bett bleiben! Gerade wenn man eine echte Grippe verschleppt, drohen schwere Folgeerkrankungen allen voran die Myokarditits Herzmuskelentzündung! Auch Lungenentzündungen und Rippen- und Brustfellentzündungen sind mögliche Folgeerkrankungen, wenn man die Infekte nicht richtig auskuriert. 

Wovon ich euch auch absolut abrate ist: Hustenstiller! Der eine oder andere schwört vielleicht darauf, aber meine Erfahrung ist, dass Hustenstiller den Hals nur noch mehr austrocknet und so gerät man eher in einen Teufelskreis. Lieber den Schleim durch viel Trinken abhusten und durch Inhalation die Schleimhäute feucht halten!

Die Genesungszeit ist pauschal kaum zu nennen. Jeder Mensch verarbeitet die Erreger anders! Bei grippalen Infekten spricht man davon, dass diese bis zu 7 Tage anhalten. Bei der Influenza geht man von 2-3 Wochen aus. 


Welche Tipps habt ihr so bei einer Erkältung/Grippe?! Was hilft euch besonders gut und von was seid ihr so gar nicht überzeugt? 


Kommentare:

  1. Ein sehr informativer Artikel zu einem wichtigen Thema! Die beste Therapie bei Grippe und grippalen Infekten bestätigt übrigens auch mein Hausarzt: Gründlich gesund schlafen. Im Übrigen lohnt es sich nicht, mit solch einem Virusinfekt zum Arzt zu gehen (im Gegenteil: man setzt den Arzt und die Mitpatienten der Ansteckungsgefahr aus!), sofern man keiner Risiko-Gruppe für Komplikationen angehört oder den Verdacht hat, sich eine Zweitinfektion mit Bakterien geholt zu haben. Letztere kann der Arzt übrigens mit einem einfachen Bluttest vor Ort feststellen und bei Bedarf ein Antibiotikum verschreiben.

    Da sich Rhinoviren bei mir gerne in den Nasen-Nebenhöhlen einnisten, schwöre ich inzwischen auf Gelomyrtol (oder Generika) als Schleimlöser - damit werden die Nebenhöhlen in wenigen Tagen wieder frei.

    Ein nachgewiesene Influenza hatte ich zum Glück bislang nur einmal als junge Erwachsene, im Zuge einer Familienepidemie, nachdem meine Mutter uns den Virus eingeschleppt hatte (bei ihr wurde er dann auch nachgewiesen). Im folgenden Jahr hat unsere Familien-Hausärztin daraufhin meine Mutter gegen Influenza geimpft, und siehe da: die ganze Familie blieb verschont.

    Damit zur letzten Ergänzung: Risiko-Kandidaten, sofern aus gesundheitlicher Sicht impfbar, und ihr Umfeld können sich und ihre Angehörigen mit einer rechtzeitigen Grippe-Impfung bis zu einem gewissen Grad vor der Influenza schützen (leider nicht vor Rhino-Viren, denn deren Stämme sind einfach zu vielfältig und mutationsfreudig, um da mit einem Impfstoff nachzukommen...).

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    1. Vielen Dank liebe Kathi für deine interessanten Ergänzungen :-). Natürlich hast du Recht mit der Grippeimpfung! Diese habe ich bei den Therapiemöglichkeiten gar nicht aufgeführt. Leider haben ja die Viren das Talent zur Mutation. Sie können ihren Virenstamm ändern, so dass z.B. eine Grippeimpfung gar nicht mehr hilfreich ist. Deswegen ist meine Empfehlung, sich wie du auch schreibst, vor allem Risikopatienten impfen lassen sollten. Lg Nadine von Nannis Welt

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