Samstag, 15. Oktober 2016

Luxusprobleme oder - Alles halb so schlimm!



Luxusprobleme oder – ist doch alles halb so schlimm!

unzufriedene Eier

Jeden Tag begegnen wir vielen Menschen, die oftmals vollkommen unzufrieden zu sein scheinen. Hinter die Fassade kann man dabei oftmals nicht blicken, vor allen dann nicht, wenn es nur kurze soziale Kontakte sind. Jeder von euch wird diese Situationen kennen:

In der Praxis kommt der Patient, der im Wartezimmer auf seinen Termin wartet und beschwert sich: „He Sie! Ich warte jetzt schon ewig! Komme ich auch mal dran? Habt ihr mich vergessen?! Ich hab noch anders zu tun als hier den ganzen Tag zu sitzen!“ Beim Bäcker oder Metzger drängelt sich die alte Frau vor: „Ich war zuerst dran!“ Im Supermarkt an der Kasse schnauft der Vordermann laut auf, weil die alte Oma vorne bei der Kassiererin ihr Kleingeld abzählt, obwohl doch eine lange Schlange an der Kasse steht und alle warten. Geht das mal voran hier? Oder vor dem Einlass einer großen Show, wo die Security jede einzelne Tasche durchsucht und somit den ganzen Verkehr aufhält! Beim Autofahren stehen wir an jeder verdammten roten Ampel und an der Tankstelle braucht der Typ SO lange, bis er endlich ins Auto steigt und die Zapfsäule frei macht!

Überangebot im Supermarkt

Wir stehen im Supermarkt vor dem Regal und regen uns auf, dass von den 10 Sorten Kaffee oder Tee keine dabei ist, die uns mundet! Das Nutellaregal ist leer! Katastrophe! Das „Goldentoast“ ist auch schon wieder nicht da und zu allem Überfluss, fehlt auch noch das 4 – Lagige Klopapier! Da braucht man ja beim Obst gar nicht nach dem Gala Royal schauen, den bekommen wir garantiert auch nicht! Außerdem sehen die Äpfel wieder nicht gut aus und sind auch viel zu klein, für DEN Preis! Wenn wir uns auf den Heimweg machen, trottet ein alter Herr mit Gehstock vor uns rum…Kann der nicht bisschen schneller machen? Im Auto auf den Weg nach Hause treten wir aufs Gas, überholen den Vordermann der das Gaspedal nicht findet, sind die heute alle bescheuert?! Zuhause angekommen stellen wir fest – der Fernseher geht nicht... Was bitte machen wir dann heute Abend und die nächsten Tage?! Dann geht auch noch Facebook wieder nicht, verdammt nochmal!

Zugegeben, solche Situationen in geballter Kraft an EINEM Tag können uns schon mal mürrisch und miesepetrig machen.

Oliver Kahn

Aber: ist es denn wirklich SO schlimm? Analysieren wir doch mal:

Natürlich ist es ärgerlich wenn wir beim Arzt sitzen und ewig warten, dass der Arzt uns empfängt. Nur, können wir die Zeit nicht einfach für uns nutzen? Wann sind wir schon mal wirklich gezwungen nichts zu tun außer, wir sitzen in einem Wartezimmer?! Ist das nun verstrichene Zeit? Nutzen wir doch aus, dass wir jetzt nicht weggehen können und blättern in der Zeitschrift, die auf dem Tisch liegt und die man zuhause auch schon ewig liegen hat und nicht dazu gekommen ist sie sich einmal genauer anzusehen. Oder einfach mal die Augen schließen, an nichts denken und ein wenig dösen bis wir aufgerufen werden. Vielleicht kommt man auch mit dem Sitznachbarn in ein nettes und erfrischendes Gespräch und kann sich über Gemeinsamkeiten austauschen. Bestimmt ist ein Notfall reingekommen und deswegen dauert es einfach ein wenig länger. Denken wir doch daran, dass die Arzthelferinnen jeden Tag ihr Bestes geben um effektiv und schnell zu arbeiten, aber auch nicht mehr wie jeweils 2 Hände und die Ärzte jeweils 2 Ohren zum Zuhören haben.

nörgelnde alte Schachtel

Und die Situationen mit der älteren Generation? Wissen wir, ob wir nicht vielleicht genauso werden? Brechen wir uns wirklich einen Zacken aus der Krone, wenn wir der alten Dame den Vortritt lassen oder die 5 Minuten mehr darauf warten, bis sie ihr Kleingeld sortiert hat? Wie wäre es denn damit, der Dame Hilfe beim Sortieren anzubieten? Was ist dabei, dem alten Herrn mit dem Gehstock zu zugestehen, dass er eben alt ist und nicht mehr so mobil ist wie wir?! Eventuell sollten wir uns vor Augen führen, dass diese Menschen schon ein weitaus bewegtes Leben hinter sich haben. Und die Security? Immerhin sorgen sie für unsere Sicherheit und durchsuchen deswegen sehr genau jede einzelne Tasche und den Rucksack vor dem Einlass. Lasst es uns doch wirklich wert um unsere Sicherheit sein, die 10 Minuten länger am Eingang zu warten. Haben wir vielleicht verlernt zu warten? Und ist es wirklich SO schlimm, wenn wir das auch mal tun müssen? WARTEN?!


Ein absolutes Luxusproblem ist es doch wohl im Supermarkt nicht das gewünschte Produkt zu finden. Wir leben in einem Land, indem wir einen Nahrungsüberschuss haben! Wir können uns aussuchen, welche Marken wir möchten, eine Vielfalt an Auswahlmöglichkeiten, und doch motzen wir, weil das Produkt X mal nicht da ist! Wir können bestimmt zwischen 20 Sorten Mineralwasser wählen und sind doch nicht zufrieden damit, weil das Frankenbrunnen alle ist. Machen wir uns doch bitte bewusst - es ist Jammern auf hohem Niveau! Uns geht es wirtschaftlich SO gut, dass wir wählen können. In anderen Ländern sieht das völlig anders aus! Fällt uns nichts anderes ein, als Langeweile aufkommen zu lassen nur weil der Fernseher mal streikt? Eventuell lernt man die Ehefrau oder Ehemann mal so richtig kennen, anstatt sich vor dem TV immer nur anzuschweigen und in die Röhre zu glotzen.

Empathie und Verständnis als Mittel zur Stressreduktion

Was nun bringt es uns, sich über all die Dinge aufzuregen? Gesundheit? Eine liebende Familie? Eine Arbeit mit der man Geld verdient? Sind wir zufriedener, wenn wir diese Bedürfnisse befriedigen? Haben wir wirklich mehr Zeit, wenn wir ungeduldig alles schnell erledigt haben wollen? Oder könnten wir auch mal versuchen Verständnis für die eine oder andere Situation aufzubringen? Könnte uns das eventuell ein wenig besänftigen und die Dinge weniger als belastend empfinden lassen?


Was ist euch wichtig im Leben?! Worauf kommt es wirklich an?! Überlegt doch einfach mal für euch selbst und erzählt es mir in den Kommentaren. Gut möglich dass ihr die Erkenntnis erlangen werdet: 

ALLES HALB SO SCHLIMM! 




Kommentare:

  1. Da hast du ja sowas von Recht! Mein Wahlspruch: In der Ruhe liegt die Kraft :-) Danke für diesen schönen Post!
    LG
    Petra

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  2. Danke Petra! Das ist ein gutes Motto an das du dich hältst! :D

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  3. Recht hast du liebe Nadine! Wir stressen uns und die Welt um uns herum viel zu oft - eigentlich sollten wir dankbar sein für die "aufoktroyierten" Pausen, die uns manchmal widerfahren :-) Die Gesundheit zieht dabei den Kürzeren. Aber: Ohne die sind wir ja nichts... Lieber weniger Jobs, Aufträge oder Verpflichtungen, dafür aber gesund - so seh ich das zumindest. Schönes "langsames" Wochenende :-)

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    1. Oh ja liebe Iane! Es ist wirklich wichtig auch das zu tun, was für unsere Gesundheit das Beste ist! Erhol dich gut am Wochenende. :D

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  4. Beim Lesen musste echt lachen! Du hast so recht, ständig wird nur gemotzt! Und ich muss ehrlich zu geben, dass ich mich bis vor kurzem auch noch regelmäßig über solche Kleinigkeiten aufgeregt habe. Dann habe ich aber ein Zitat vom Dalai Lama gelesen, dass mich sehr zum Nachdenken gebracht hat. Leider weiß ich die Wörter nicht mehr ganz genau, aber es ging darum, dass wir uns mit unserer Wut nur selbst schaden. Immer wenn ich mich jetzt über eine Sache oder einen anderen Menschen ärger, überlege ich, ob ich mir damit wirklich selbst den Tag versauen möchte? Nein, natürlich nicht! :D

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    1. Das ist eine bemerkenswerte Erkenntnis und Einstellung! ;-) Genauso wie du versuche auch ich, immer erstmal zu hinterfragen. Zugegeben, dies ist manchmal auch sehr anstrengend, aber dennoch geht es mir dann immer besser, wenn ich weiß, dass alles halb so wild ist.

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  5. Du hast so recht. Wo man auch hingeht, wird überall gemeckert. Da muss man sich manchmal richtig zusammenreißen um nicht auch mitzumeckern... ;)
    Ein wirklich schöner Beitrag. Toll geschrieben :)

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    1. Vielen Dank Miriam! :D Es ist auch schon mitzubekommen, dass es noch Menschen gibt, die genauso empfinden und denken wie ich! Wünsche dir ein schönes Wochenende.

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  6. Das hast du sehr schön beschrieben und wie Recht du doch hast! Ich gebe zu, dass ich vor einigen Jahren auch noch so ungeduldig und verständnislos war. Aber ich habe gemerkt, dass ich mit den Jahren immer gelassener werde, mehr und mehr Mitgefühl bekomme und immer versuche, das Positive aus der Situation zu ziehen. Das Ärgern bringt uns nichts Gutes, sondern nur Schlechtes. Unnötiger Stress führt schnell zu Unzufriedenheit und seelischer und eines Tages auch körperlicher Krankheit. Klasse, dass du so ein wichtiges Thema angesprochen hast :-)

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    1. Ich bin froh, liebe Elena, dass dieses Thema auch so seinen Anklang findet! Natürlich hab auch ich Phasen, wo mich jede Kleinigkeit aufregt, ich versuche jedoch immer wieder mir vor Augen zu führen, dass es schlimmeres im Leben gibt, als diese Nichtigkeiten.

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  7. Wir sollten allgemein viiiiel dankbarer sein und zufrieden mit dem was wir haben. Man ärgert sich viel zu oft unnötig und ist unzufrieden obwohl es uns echt gut geht. Das merke ich in den letzten Tagen sehr oft und muss mich auch selbst oft ermahnen alles lockerer zu sehen und glücklich über meine Gesundheit, meinen festen Job und meine Freunde zu sein.

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    1. Es freut mich zu lesen, dass du all das hast, was dir im Leben wichtig ist. Lg Nadine von Nanniswelt.

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