Samstag, 10. März 2018

Der Orkfresser - Christian von Aster




Der Orkfresser – Christian von Aster



Auf der neuesten Veröffentlichungs-Party fühlt sich der beliebte Autor Aaron Tristen bereits nicht mehr wohl in seiner Haut. Titel wie "Engel gegen Zombies" entsprechen nicht mehr seinem Ideal. Als sich dies in einer Schlägerei zwischen als Orks verkleidete Fans und ihm herauskristallisiert, hat der Autor nur noch eines im Sinn. „Ich muss hier raus“. Zwar gilt er nach wie vor als einer der erfolgreichsten Fantasy-Autoren, doch merkt er selbst, dass die Qualität seiner Schriften nachgelassen hat. Nicht zuletzt die für ihn absurde Vermarktung seines Verlegers Heuvelmann drängt ihn zur Flucht. Daran kann auch Aarons Vertraute und Lektorin Willi nichts ändern und so macht er sich auf den Weg nach Leipzig.

Zunächst völlig planlos, steigt er unter anderem Namen in einer billigen Hotelanlage ab. In Leipzig selbst beginnt für ihn dann eine fantastische, lustige und verwirrende Reise zu sich selbst…

Beginnt man mit den ersten Kapiteln, kommt man aus dem Schmunzeln und Lachen nicht mehr heraus. Was für ein schräges Buch! Bis man nach und nach vollkommen von einer fantastischen und literarischen Reise eingenommen wird. Was als sarkastische und lustige Story beginnt, in der Christian von Aster die aktuelle Entwicklung der Fantasyszene genauso durch den Fleischwolf dreht, wie Blogger, Leser und Verlage, wurde für mich als Leser schon bald zu einer literarischen und vom Niveau her hochgradigen Reise durch die Welt der Fantasie. 

Dabei habe ich den Ideenreichtum von Christian von Aster von Anfang an bewundert. Bald schon verschwimmen geschickt Realität und Fantastik miteinander, als der Protagonist Aaron Tristen bei dem charakterlich interessanten Mann namens Jamal landet, wo weitere vermeintlich gescheiterte Individuen zusammen versuchen, ihren Weg zurück zur Literatur zu finden. Dabei entwickelt Aaron eine Affinität den anderen Kursteilnehmern gegenüber, die auch dem Leser nicht verborgen bleibt.

Ob nun durch Medikamentenkonsum entsprungen, oder nicht vielleicht doch der Fantasie, begleiten Aaron viele imaginäre Persönlichkeiten aus der Welt der Literatur, die den Leser emotional an den „Eiern“ packt, erinnert man sich doch gerne an Balu den Bären oder Batman! Mark Twain findet genauso Einzug wie Miguel de Cervantes – Don Quijote, die den Autor durch eine für ihn prägende Lebensphase begleiten, oft im Dialog über Sinn und Unsinn der jeweiligen Situation. 

Noch nie zuvor habe ich ein so inspirierendes Buch gelesen! Die Personen und Wesen durch die Geschichte zu begleiten war für mich Balsam für die Seele. Der Autor schafft es, dass ich nun, wenn ich durch den Wald gehe, nach Kobolden suche, jeden Stein umdrehe in der Hoffnung, den Zugang zu Alice im Wunderland zu finden und die Augen offen zu halten für das Phantastische in der Welt. 

Dieses Buch wurde durch den lockeren aber dennoch hochwertigen Schreibstil, der Emotionen anfixenden Thematik und der richtigen Dosis Humor und Sarkasmus zu meinem absoluten Lieblingsbuch! 

Wer durch diese Literatur auch eine Reise zu sich selbst machen möchte empfehle ich: TUT ES! Es lohnt sich! 



Kommentare:

  1. Ich liebe das Buch und alle meine Freunde die Fantasy lesen werden damit dieses Jahr zu den Geburtstagen und an Weihnachten beschenkt, die anderen auch ;o)

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    1. Das ist eine gute Idee! Das Buch ist es wirklich wert, weiter getragen zu werden! :-) lg Nadine von Nannis Welt

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  2. Ich glaube, Ihr bekehrt mich noch und ich muss das Buch doch noch lesen 😉

    LG Agnes

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    1. Thats the Plan! :-) Ich werde mir das Buch auf jeden Fall noch als Print holen! Es MUSS einfach in meinem Regal stehen.

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